Sturmflutwarnung & Küstenschutz

Hochwasser an der Küste verstehen und vorbereitet sein

Sturmfluten gehören zur Realität des Lebens an Nord- und Ostsee. Dieser Ratgeber vermittelt Grundlagen zu Warnsystemen, baulichem Schutz und dem Verhalten im Ernstfall.

Wintersturmflut an der Nordseeküste bei Hooksiel

Hochwasserschutz

Deiche als erste Schutzlinie

Die deutschen Küstendeiche sind das Ergebnis jahrhundertelanger Erfahrung mit Sturmfluten. Das System aus Haupt- und Sommerdeichen, Sielen und Schöpfwerken schützt große Teile der Marschlandschaft vor regelmäßiger Überflutung.

Die Deichhöhen werden kontinuierlich an neue Klimaszenarien angepasst. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg sind die Landesdeichbehörden für Planung und Unterhaltung zuständig.

Für Anwohner ist es wichtig zu wissen, ob ihr Gebäude im deichgeschützten oder im ungeschützten Bereich liegt. Diese Information ist bei den jeweiligen Kreisbehörden erhältlich.

Deich beim Rheinhochwasser 2011

Häufige Fragen

Grundlegendes zu Sturmfluten

Was ist eine Sturmflut und wie unterscheidet sie sich von gewöhnlichem Hochwasser? +
Eine Sturmflut entsteht, wenn starke Winde Meerwasser in Küstenbuchten und Flussmündungen drücken und der Wasserstand dabei erheblich über das normale Hochwasserniveau ansteigt. Im Gegensatz zu Binnenhochwasser ist eine Sturmflut unmittelbar von Windstärke, Windrichtung und Tidesituation abhängig. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer Sturmflut ab einem Wasserstand von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasserstand.
Welche Behörde gibt in Deutschland Sturmflutwarnungen heraus? +
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gibt amtliche Sturmflutwarnungen für die Küstengewässer heraus. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert über die meteorologischen Ursachen. Auf Landesebene sind die Küstenschutzbehörden der jeweiligen Bundesländer (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen) zuständig.
Wie werde ich als Anwohner über eine bevorstehende Sturmflut informiert? +
Warnungen werden über mehrere Kanäle verbreitet: Rundfunkmeldungen (öffentlich-rechtliche Radio- und TV-Sender), Sirenen, die Warn-App NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie lokale Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr. Das Cell Broadcasting-System sendet seit 2023 bei bestimmten Gefahrenstufen automatisch Warnmeldungen an alle Mobiltelefone in einem Gebiet.
Muss ich mein Haus gegen Sturmflutschäden versichern? +
Schäden durch Sturmfluten sind in der Regel nicht automatisch durch eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Hierfür ist eine gesonderte Elementarschadenversicherung erforderlich. In Risikogebieten kann diese teuer sein oder gar nicht angeboten werden. Es empfiehlt sich, frühzeitig mehrere Anbieter zu vergleichen und die genauen Bedingungen zu prüfen.
Was sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei einer Sturmflutwarnung? +
Wichtige Sofortmaßnahmen sind: Wertgegenstände, Dokumente und Medikamente in höhere Stockwerke bringen; Heizung, Strom und Gas in gefährdeten Bereichen abschalten; Sandsäcke an Kellertüren und Lichtschächten positionieren; das Fahrzeug auf höher gelegenem Terrain parken; Informationsquellen (Radio, NINA) kontinuierlich beobachten und bei Evakuierungsanordnung umgehend folgen.

Kontakt

Bei Fragen oder Hinweisen können Sie diese Nachricht hinterlassen. Es erfolgt keine automatische Weiterleitung an Behörden — für Notfälle wählen Sie bitte den Notruf 112.

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